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Zentrum für Hämatologie und Onkologie

Hintergründe

Was bedeutet der Begriff Krebs?

  • bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, dazu gehören auch alle Formen von “ Lymphknotenkrebs „
  • bösartige Erkrankungen der Organe (Karzinome), hier wird auch in der medizinischen Terminologie oft von Krebs gesprochen (Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Lungenkrebs)
  • bösartige Erkrankungen des Bindegewebes und der Knochen, diese heißen in der medizinischen Terminologie Sarkome.

 

Tumorentstehung

Wie entstehen Tumoren?

  • Gutartige Tumore zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur an einer Stelle wachsen und vollständig operativ entfernbar sind. Sie wachsen in der Regel durch Verdrängung des umliegenden Gewebes und nicht durch direkte Zerstörung.
  • Bösartige Tumore neigen hingegen dazu, Tochtergeschwülste zu setzen (Metastasen) und das umliegende Gewebe durch Infiltration zu zerstören. Sie lassen sich operativ, vor allem im späten Stadium, nicht immer vollständig entfernen. Eine Heilung ist allerdings oft noch durch Chemo-, bzw. Strahlentherapie möglich. In anderen Fällen ist eine Eindämmung möglich.

 

Gründe für Tumore

Warum entstehen Tumorerkrankungen? Gegenüber dem Rauchen ist der Einfluss anderer, möglicherweise krebsfördernder, Substanzen so gering, dass z. B. eine Nahrungsumstellung bei einem Raucher in Hinblick auf das Krebsrisiko völlig unsinnig erscheint.Krebserkrankungen selbst sind nicht ansteckend!DiagnosemethodenWelche Diagnosemethoden werden angewandt ?Die Gewinnung des Materials durch Punktion des Beckenkammes, seltener des Brustbeines, (Yamshidi-Punktion) können ambulant durchgeführt werden.Die wichtigste apparative Methode ist die Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Sie dient zur Beurteilung der Bauchorgane wie Leber, Milz, Nieren, Lymphknoten.Mit sonographischer Hilfe können Ergüsse in der Lunge und im Bauch sicher punktiert werden.

Der Begriff „Krebs“ ist ein volkstümlicher Begriff, der auf alle Arten von bösartigen Erkrankungen angewandt wird.

DIE „Krebserkrankung“ gibt es nicht!

Zum einen unterscheidet sich jede bösartige Neubildung ganz erheblich dadurch, in welchem Organ sie den Ursprungsort hat und damit auch in seinem Wachstumsverhalten, in seiner Therapiebedürftigkeit und Therapiemöglichkeit.

Zum anderen hat auch jede Krebsart bei jedem Einzelnen eine unterschiedliche Ausprägung und einen unterschiedlichen Verlauf.

Daraus folgt, dass es auch „DIE“ Krebsbehandlung, die bei allen Krebsarten wirkt, nicht geben kann.

So kann es sein, dass eine sehr intensive Therapie erforderlich und sinnvoll ist, auch unter Inkaufnahme erheblicher Nebenwirkungen, wie z. B. bei akuten Leukämien. Auf der anderen Seite gibt es bösartige Erkrankungen, die nach der Diagnosestellung zunächst überhaupt nicht behandelt werden, sondern bei denen unter Umständen über Monate oder auch Jahre nur der Verlauf beobachtet wird, wie z.B. die chronisch lymphatische Leukämie (CLL), ohne dass das für den Patienten einen Nachteil hat.

Skepsis ist angezeigt, wenn jemand unabhängig von der Art der bösartigen Erkrankung die gleichen Therapieempfehlungen gibt oder die gleichen Verhaltensweisen vorschlägt.

In der medizinischen Sprache werden bösartige Neubildungen ganz grob in drei Gruppen unterteilt:

Ein Tumor entsteht, wenn sich einzelne Zellen in ihrem Wachstum oder ihrer Lebensdauer anders verhalten als die übrigen Zellen des gleichen Gewebetypes. Dies kann der Fall sein, wenn z. B. durch eine neu entstandene genetische Veränderung einzelne Zellen eine längere Lebensdauer als die übrigen haben, oder sich durch eine schnellere Zellteilung schneller vermehren. Eine weitere Möglichkeit ist eine fehlende Kontrolle durch die Nachbarzellen oder des Immunsystemes über genetisch veränderte Zellen.

Ganz grob unterscheidet man in der Regel zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren, wobei zu bedenken ist, dass es fließende Übergänge gibt.

Insbesondere wenn Metastasen vorliegen, gewinnen manche bösartigen Erkrankungen den Charakter einer chronischen und systemischen Erkrankung. Die Aggressivität dieser Erkrankung kann dabei sehr unterschiedlich sein.

Manche, besonders chronische Leukämien und andere Erkrankungen des lymphatischen Systems, zeichnen sich durch einen sehr langsamen und komplikationsarmen Verlauf aus und sind mit anderen chronischen Erkrankungen, wie z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), koronarer Herzerkrankung, Bluthochdruck oder rheumatischen Erkrankungen durchaus vergleichbar.

Wie schon oben erwähnt, liegen Tumoren in aller Regel Veränderungen der Gene oder der Genfunktionen zugrunde. Eine ganze Reihe von Chromosomenveränderungen und Veränderungen einzelner Genabschnitte konnte bisher als Ursache für manche Krebserkrankung nachgewiesen werden. Die Kenntnis über Genveränderungen und sogenannte aktivierende Mutationen ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen und wird für gezielte Therapien genutzt (personalisierte Therapie, targeted therapies).

Diese genetischen Veränderungen sind in aller Regel nicht angeboren, sondern entstehen im Laufe des Lebens. Der wichtigste Risikofaktor liegt im Alter. Je älter die Menschen werden, desto häufiger müssen sich die Zellsysteme durch Zellteilung regenerieren, und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier irgendwann ein Fehler auftritt.

Besonders häufig geschieht dieses in Zellsystemen mit einer hohen Regenerations- und Teilungstendenz, also in der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes, im blutbildenden System und Lymphsystem, in den Zellen des Atemwegssystems und im Drüsengewebe (Brust, Prostata).

Das Risiko zur Bildung eines bösartigen Tumors wird durch verschiedene äußere und innere Faktoren verstärkt. Es ist auffällig, dass in manchen Familien gehäuft Krebserkrankungen vorkommen.

Ein wichtiger Faktor ist die vermehrte Exposition zu ionisierenden Strahlen. Hierdurch entsteht insbesondere ein erhöhtes Risiko für Leukämieerkrankungen und angeborene Missbildungen.

Ein weiterer Risikofaktor liegt in der Belastung durch chemische Substanzen in der Umwelt, in der Nahrung, und wohl auch in einer einseitigen Ernährung, auch und besonders bei regelmäßigem Alkoholgenuss!

Der mit Abstand wichtigste Faktor ist dabei das Rauchen!

Die Förderung von Dickdarmkrebs durch eine falsche Ernährung ist ebenfalls möglich. Bekannte Nahrungsbestandteile, die eine Rolle bei der Krebsentstehung spielen sind z. B. Nitrite, Aflatoxine aus Schimmelpilzen, sowie manche Rückstände von Herbiziden und Pestiziden. Zu den Risiken durch Ernährungsgewohnheiten weiter unten.

Ein wichtiger mitverursachender Faktor von Krebserkrankungen sind manche Viruserkrankungen. Insbesondere das Epstein-Barr-Virus wird in Zusammenhang mit mehreren bösartigen Erkrankungen gebracht. Weitere Beispiele: Hepatitisviren, Papillomviren.

Es gibt somit eine ganze Reihe von bisher bekannten Faktoren, die oft gemeinsam bei der Entstehung von bösartigen Erkrankungen eine ursächliche Rolle spielen.

Die Frage: „Warum habe gerade ich eine bösartige Erkrankung?“ ist leider damit nicht zu beantworten, obwohl gerade diese Frage für viele Betroffene von zentraler Bedeutung ist. Der Wunsch, ursächliche Zusammenhänge bei sich selbst in der Vergangenheit zu entdecken, ist verständlich, geht es doch darum, diese Risikofaktoren evtl. abzustellen. Fast immer sind Vermutungen hierzu jedoch sehr vage und praktisch nie beweisbar.

Immer wieder wird gefragt, ob außergewöhnliche psychische Belastungen eine Rolle spielen könnten. Es ist in der Tat auffällig, dass kurz vor der Entdeckung einer bösartigen Erkrankung in vielen Fällen eine schwere psychische Belastungssituation bestanden hat. Der Zeitpunkt bis zum Entdecken des Tumors ist dabei fast immer viel zu gering, um darin eine Ursache sehen zu können, aber vielleicht wird das Wachstum eines bis dahin „schlafenden“ Tumors dadurch beschleunigt.

Der Zeitraum von der Entstehung einer Tumorzelle bis zur Entdeckung der Tumorerkrankung umfasst oft 2 bis 4 Jahre, nur bei akuten Leukämien und Tumoren mit einer extremen Wachstumsgeschwindigkeit ist ein kürzerer Zeitraum anzunehmen.

 

Diagnosemethoden

Welche Diagnosemethoden werden angewandt? Basisdiagnostik in einer hämatologisch/onkologischen Praxis ist die Messung der Zellzahlen im Blut, sowie die Beurteilung von Form und Aussehen der Zellen in Ausstrichen unter dem Mikroskop. Dazu gehört auch die Beurteilung von Zellen des Knochenmarkes, in denen das Blut gebildet wird. Oft lässt sich nur durch eine Untersuchung des Knochenmarkes eine Bluterkrankung erkennen und rechtzeitig behandeln.