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Immuntherapie

Was ist eine Immuntherapie ?


Unter dem Begriff Immuntherapie versteht man ganz allgemein sowohl Therapien, die direkt das Immunsystem beeinflussen, als auch Therapien mit körperidentischen Stoffen des Immunsystemes.

Es wird spezifisch in die Zellfunktion eingegriffen oder es werden fehlende Abwehrstoffe ersetzt. Der Begriff Immuntherapie ist auch in der nicht wissenschaftlichen Medizin sehr populär. Im Gegensatz zu schulmedizinischen Verfahren wird hier eine unspezifische Stimulation propagiert.

Hierzu werden Stoffgemische verwendet, die entweder aus tierischen Organen (z.B. der Thymusdrüse, der Milz) oder mit dem Ziel, eine zu schwache Immunabwehr zu unterstützen oder zu stimulieren oder auch eine überschießende Immuntätigkeit des Körpers zu bremsen. In manchen Therapien wird modulierend der Niere von Kälbern gewonnen werden oder pflanzlicher Herkunft sind.

Die Aktivierung von Lymphzellen mit diesen Stoffen kann nachgewiesen werden und wird als Beleg für die Wirksamkeit dieser Therapie angeführt. Doch gerade deshalb sollten diese Therapieformen mit besonderer Vorsicht betrachtet werden, um über die unspezifische Stimmulation nicht möglicherweise sogar eine Wachstumsanregung der Tumorzellen zu erreichen. Dass dieses möglich ist, ist in Laboruntersuchungen durchaus belegt worden.

Bevor Sie so eine Therapie beginnen, sollten Sie auf jeden Fall Ihren behandelnden Onkologen über die Unbedenklichkeit dieser Therapieform befragen.


Welche Immuntherapien werden in der Schulmedizin angeboten ?

Eine stimulierende oder modulierende Funktion haben Interferone und Interleukine.
Bei Interferon handelt es sich um körpereigene Stoffe, welche der Körper zur Bekämpfung von Virusinfekten produziert. Diese werden gentechnologisch hergestellt und greifen in höheren Dosen in wesentliche Prozesse des Zellstoffwechsels ein und können bei manchen Formen einer Leukämie oder bei einigen Tumorerkrankungen das bösartige Zellwachstum hemmen.

Zu Beginn einer Behandlung muß man mit typischen Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber rechnen. Das sind die gleichen Symptome, die bei Virusinfekten durch natürliche Interferone ausgelöst werden. Im Laufe der Behandlung bilden sich diese Nebenwirkungen zurück, so dass die Therapie in der Regel gut verträglich ist.

Interleukine spielen bei der Entstehung von Leukozyten eine wichtige Rolle. Hier ist bisher das Interleukin II verfügbar, welches bei manchen Formen von Nierenzellkrebs eingesetzt werden kann. Weitere Interleukine oder Antikörper gegen Interleukine sind in der Entwicklung.

Zunehmend zum Einsatz kommen monoklunare Antikörper, die sich gegen spezifische Strukturen auf Krebszellen richten. Wenn diese Strukturen auf den Krebszellen nachgewiesen werden, werden diese Antikörper mit einem guten Erfolg und einer sehr geringen Nebenwirkungsrate eingesetzt. Zum Einsatz kommen zur Zeit Antikörper gegen Strukturen von B-Lymphozyten, sowie gegen besondere Zellstrukturen z.B. bei Mammacarcinomen.

Weiter eine wichtige Rolle spielt der Einsatz von Immunglobulinen, entweder als Ersatz für fehlende körpereigene Immunglobuline oder, weniger häufig, mit dem Ziel einer immunmodulierenden Wirkung bei manchen Autoimmunerkrankungen.

Eine immunmodulierende Wirkung wird auch beim Einsatz von hochdosierten Cortisonpräparaten ausgenutzt. Hier ist es das Ziel, eine überschießende Immuntätigkeit des Körpers, die sich gegen den eigenen Körper richtet, zu unterdrücken. Bei bösartigen Erkrankungen spielt dies eine besondere Rolle beim Plasmozytom und bei malignen Lymphomen.